Sonntag, 11. Januar 2015

Backwaters by Day and by Night

Ein Muss für jeden Kerala-Reisenden ist eine Bootsfahrt durch die Backwaters, jenes kilometerlange Fluss- und Kanalsystem, das Dörfer und Städte verbindet. Mit dem Boot tuckert man gemächlich vorbei an Palmen, Reisfeldern, Palmen, Fischernetzen, Palmen, Hausbooten, Palmen, Backwaters-Hütten, Ayurveda-Resorts, und habe ich Palmen bereits erwähnt?


Eine der bekanntesten Backwaters-Städte ist Alappuzha (ausgesprochen "Alappua" - früher hiess es Alleppey), auch "Venedig des Ostens" genannt. Naja. Venedig hat mehr Kanäle, mehr historische Gebäude und weniger Autorikschas, aber wenn man mit dem Boot das geschäftige Zentrum von Alappuzha mal hinter sich gelassen hat, ist es wunderschön. Ohne das Tuckern der Motorboote wäre das für mich der Inbegriff einer friedlichen Welt, und der Beweis, dass Kerala den Namen "God's Own Country" zu recht trägt.





Wer die Backwaters erleben will, wie die Inder sie selbst erleben, nimmt die Fähre nach Kottayam. Nun, ich wollte zurück nach Kottayam, also habe ich um 17.15 Uhr die Fähre genommen. Die Fahrt kostet 19 Rupien, also sogar für indische Verhältnisse fast nichts - für die Flasche Wasser für den Durst unterwegs hatte ich 20 Rupien bezahlt. Die Fähre ist ein Motorboot mit 10-12 Sitzreihen zu je vier Plätzen, alle besetzt on Indern ausser einem. Die Fahrt dauert fast drei Stunden, weil die Fähre vielleicht nicht gerade bei jeder Palme, aber ungefähr bei jedem Ayurveda-Resort hält und Leute zusteigen oder abspringen lässt.

Die Fahrt ist sehr gemütlich, aber dann wird es langsam dunkel. Ich hatte nicht bedacht, dass es hier trotz hochsommerlichen Temperaturen Winter ist und es früh eindunkelt. So habe ich ungefähr einen Drittel der Bootsfahrt "Backwaters by Night" erlebt: Schwarze Palmen, die sich vor einem dunkelgrauen Nachthimmel abzeichnen, und ab und zu ein beleuchtetes Ayurveda-Resort. Dann hat der Bootsführer auf der Fähre das Licht angezündet, mit dem Ergebnis, dass allerlei winzige Insekten um uns herumzuschwirren begannen. so habe ich mich zum dritten Mal an diesem Tag mit Antibrumm eingesprüht. Da ich nciht der einzige war, der Probleme hatte, wurde das Licht wieder ausgeschatet. Oder lag's daran, dass der Bootsführer den dunklen Kanal nicht mehr gesehen hat, wenn das Licht im Schiff brennt?

In den Backwaters hat es auch Grünzeug. einerseits Wasserpflanzen, andererseits das, was halt so von den Bäumen fällt, die über die Kanäle ragen. Unser Bootsführer kannte nichts und ist selbst dort mitten ins Grünzeug hineingefahren, wo es für mein laienhaftes Auge ausgesehen hat, als wäre hier schon das bewachsene Ufer.

Nach knapp drei Stunden sind wir in Kottayam angekommen. genauer: Am Bootsanlageplatz von Kottayam. der um diese Tageszeit ziemlich verlassen war. Immerhin konnte man die Hauptstrasse sehen und hören, und kaum war ich an der Hauptstrasse, hat ein netter Autorikschafahrer gehalten und mich ins theologische Seminar der Mar-Thoma-Kirche gefahren, gerade pünktlich zum Abendessen, bevor jemand Gelegenheit hatte, mich zu vermissen..

Aber wenn ich in Kochi bin, werde ich die Backwaters nochmals bei Tag befahren.

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