Montag, 22. Dezember 2014

Bethlehem ist überall

Ein Weihnachtsgedicht


In einem Dorf mit Namen Bethlehem,
Zweitausend Jahre oder mehr ist’s her,
Da suchen Menschen einen Platz im Haus,
Sie suchen Wärme, Schutz und Sicherheit.

Auch heute gibt es Menschen auf der Suche
Nach Sicherheit, nach Wärme und nach Schutz.
Die obdachlos sind, kein Zuhause haben,
Nicht nur in Bethlehem, auch hier bei uns.

Nicht nur damals, dort im Stall:
Bethlehem ist überall.


Die Hirten laufen eilends hin zur Krippe.
Sie werden von den Reichen oft verachtet,
Sind arm, gering geschätzt und ausgestossen,
Und doch die ersten, die den Heiland sehen.

Auch heute müssen viele Menschen leiden,
Nur, weil sie arm, behindert oder krank sind,
Weil sie am Rande der Gesellschaft stehen.
Doch Jesus kommt zu allen, auch zu ihnen.

Dies zeigt uns klar auf jeden Fall:
Bethlehem ist überall.


Herodes war voll Machtgier, Hass und Feigheit.
Er fürchtete, das Kind könnte ihn stürzen.
Herodes schickte aus, das Kind zu töten,
Die Eltern Jesu flohen nach Ägypten.

Auch heute gibt es Menschen auf der Flucht
Vor Unterdrückung und vor bösen Herrschern.
Sie fliehen aus der Heimat, suchen Schutz,
Nicht in Ägypten, sondern hier, bei uns.

Nicht nur Anno dazumal:
Bethlehem ist überall.


In einem Dorf mit Namen Bethlehem,
Zweitausend Jahre oder mehr ist’s her,
Da kommt das Licht ins Dunkel dieser Welt,
Gott liebt die Menschen und wird selbst ein Mensch.

Auch heute strahlt das Licht in dunklen Tagen,
Auch heute gibt es Hoffnung in der Welt,
Auch heute feiern wir das Fest der Liebe,
Auch heute spüren wir: Gott kommt zu uns.

Der Engel singt mit lautem Schall:
Bethlehem ist überall.


Adrian Suter, 2004

Creative Commons Lizenzvertrag
"Bethlehem ist überall" von Adrian Suter ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

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