Dienstag, 19. Februar 2013

72 Millionen zurückgerudert

Die Volksseele hat Daniel Vasella und den Novartis-Verwaltungsrat weichgekocht, die 72-Millionen-Abgangsentschädigung fürs Nichtstun wird gestrichen. Der Image-Schaden für Vasella und die Novartis bleibt, und sie sind ganz allein selber schuld.

Offene Fragen bleiben aber auch nach diesem Entscheid, zum Beispiel:
  • Hat die Novartis eigentlich keine PR-Abteilung? Das hätte doch jeder Praktikant voraussehen müssen, dass bei einer Abfindung in solcher Höhe das Unternehmen unter gewaltigen öffentlichen Druck geraten würde.
  • Warum konnte sich Vasella mit seiner Ankündigung, den Nettoertrag für wohltätige Zwecke zu spenden,  nicht aus der Schusslinie nehmen? Ist dies ein Hinweis, dass seine Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit als Folge früherer Lohnexzesse bereits kräftig angeknackst war?
  • Reicht dieses Zurückrudern, um den Image-Schaden, den Vasella persönlich und der Novartis-verwaltungsrat erlitten haben, rückgängig zu machen? Die Wetten stehen 72 zu 1 für "nein".
  • Welche Folgen hat die ganze Geschichte für die Abstimmung zur Abzocker-Initiative vom 3. März? Immerhin haben wir gelernt: die kochende Volksseele bekämpft die Abzockerei am allerschnellsten.
  • Und schliesslich: Was macht die Novartis mit den 72 Millionen Franken, die eigentlich schon fest für Vasellas Abgangsentschädigung einkalkuliert waren? Mein Vorschlag: für 72 Millionen Medikamente an Entwicklungshilfsorganisationen spenden.

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